Ruwertaler Winzerkapelle Kasel 1956 e.V.
Ruwertaler Winzerkapelle Kasel 1956 e.V.

60 Jahre, Ruwertaler Winzerkapelle Kasel 1956 e. V.  

In kaum einer Zeit hat sich unsere Ortsgemeinde so stark verändert wie in den vergangenen sechzig Jahren. Das Dorfbild an sich, die Landwirtschaft, der Weinbau, die gesamte Infrastruktur – fast alles hat sich tiefgreifend verwandelt und mit diesen Veränderungen auch die Menschen und deren Berufsbilder.

Die die Stadtnähe ist Kasel inzwischen ein beliebter Wohnort geworden, und man tendiert – insbesondere die Junged – wegen der guten Anbindung zu vielen Aktivitäten ins Oberzentrum. Für eine gewisse Kontinuität im Dorf sorgen neben kleineren Gruppen, die sich gebildet haben, aber nimmer noch die „alten Dorfvereine“ wie beispielsweise die Winzerkapelle, die in diesem Jahr auf ein 60-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Sie hat nicht nur mit ihrem Namen für unseren Ruwerwein geworben, sie war der Initiator des Ruwerweinfestes, das in diesem Jahr zum fünfzigsten Mal gefeiert werden kann.

So begann es

Auf Anregung des Küfermeisters Michael Mertes und des damaligen Kaseler Seelsorgers Dr. Alfons Martz begannen Vorgespräche im Ort, einen Musikverein zu gründen. Dr. Martz schritt Anfang Dezember 1956 beherzt zur Tat. Nach entsprechenden Kontakten mit Musikinteressenten des Dorfes und dem notwendigen organisatorischen Vorbereitungen legte das Musikhaus Schellenberg aus Trier am

21.12.1956

im Saal des ehemaligen Gasthauses Pauly „Auf der Lann“ das komplette Instrumentarium eines Blasorchesters aus. Musikmeister Rudolf Kowollik aus Trier stellte sich den zukünftigen Musikern im Falle einer Orchestergründung als Dirigent vor. Keiner der jungen Männer hatte damals eine Ahnung von Blasinstrumenten, deren Spielweise und von dem, was auf ihn zukommen würde. Man suchte sich einfach ein Instrument aus, das gefiel, und nahm es mit nach Hause.

 

Bei einem ersten Treffen wenige Tage später in dem Sälchen der Sakristei der Pfarrkirche, übernahm Ernst Bitte in Anwesenheit von Dr. Martz, Michel Mertes, Ortsbürgermeister Gert-Heinz Neuerburg mit seinem 1. Beigeordneten Rudi Erben auf Wunsch aller Anwesenden die vorläufige Führung der Gruppe. Als Proberaum konnte ein Zimmer in der „Gastwirtschaft Zur Hitzlay“ (Gasthaus Kopp) eingerichtet werden. Ab sofort fanden wöchentlich zwei Proben statt.

 

In der einberufenen Gründungsversammlung des Musikvereins meldeten sich sofort als erste inaktive Mitglieder Michel Mertes, G. H. Neuerburg, Rudi Erben und Adolf Liewen. Adolf Lauterbach, Erwin Scherf und Herbert Willems hatten ihr gewähltes Instrument zwischenzeitlich abgegeben, traten aber inaktiv dem Verein bei.

In den ersten Proben tauschten dann noch einige auf Anraten des Dirigenten ihr zunächst gewähltes Instrument gegen ein anderes aus, neue Interessenten kamen dazu. Auch die Zahl der Inaktiven vergrößerte sich, so dass im Januar 1957 im Gasthaus Kopp eine Mitgliederversammlung einberufen werden konnte.

Zum 1. Vorsitzenden wählte der junge Verein den Kraftfahrer Ernst Bitter, sein Stellvertreter als 2. Vorsitzender wurde Bäckermeister Adolf Liewen. Musikmeister Rudolf Kowollik konnten nun offiziell zum Dirigenten des Orchesters bestellt werden.

Auf Beschluss dieser Mitgliederversammlung gab man sich der Weinwerbung wegen den Namen „Winzerkapelle Kasel 1956 e. V.“ und beantragte die Aufnahme ins Vereinsregister.

 

Nach einer kurzen, aber intensiven Vorbereitungszeit konnte die Kapelle bereits am Weißen Sonntag 1957 zum ersten Mal auftreten und die Kommunionkinder vor der Kirche festlich begrüßen. Am gleichen Morgen brachte das Orchester auch sein erstes Ständchen. Frau Theresia Reis geb. Mesenig war 90 Jahre alt geworden.

 

Zum 1. Mai und an Fronleichnam konnte die Kapelle ebenfalls zur Freude der Dorfbevölkerung erstmals mitwirken. Mit Stolz durften dann die jungen Musiker und ihr Dirigent am Jahresende an ihr erstes öffentliches Auftreten außerhalb des Ortes bei den Musikfesten in Sehlem und Osburg zurückdenken.

 

Im April 1957 schloss sich dem Verein unter der Leitung von Hiltrud Christen eine Winzerinnen-Trachtengruppe an. Ein Jahr später sollte sich aus ihr ein Mandolinen-Orchester bilden, geleitet von Musiklehrer Matthias Görres aus Trier.

 

Das gut vorbereitete Gründungsfest des Vereins am 24.,25., und 26. August 1957 brachte in einem großen Festzelt auf dem Sportplatz an der Ruwer den erwünschten finanziellen Erfolg. Das im Frühjahr aufgenommene Darlehen zur Finanzierung der Instrumente konnte fast vollständig getilgt werden.

 

Welchen Anklang die junge Winzerkapelle im Ort gefunden hatte, zeigte sich dann am Ende des Jahres 1957. Bei 31 Aktiven der Kapelle, 16 Mädels der Trachtengruppe und 155 Inaktiven hatte der neue Ortsverein insgesamt 202 Vereinsmitglieder.

 

Hermann Jakobs

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